TETRON DIGITALFUNK IM HÄRTETEST
BEI DER
EDELWEISS RAID 2009 Die 6. Jägerbrigade des Bundesheeres in Zusammenarbeit mit dem Militärkommando war Veranstalter dieses außergewöhnlichen Wettkampfes, der im März 2009 in den Tuxer Alpen/Tirol stattgefunden hat.
Die Edelweiss RAID 2009 gilt als internationaler Gebirgswettkampf, bei dem 14 Gruppen, bestehend aus je 8 Gebirgssoldaten und einem Kommandanten, eine Strecke von 40 km und 4.000 Höhenmetern im winterlichen und hochalpinen Gelände mit militärischen Aufgabenstellungen wie das Bergen von Verletzten, Schießen, Abseilen und diversen Orientierungsaufgaben in 2 Tagen bewältigen müssen.
Dem Informationsfluss, sowie dem Informationsmanagement kam bei dieser Veranstaltung besonders große Bedeutung zu. Dementsprechend wichtig war die Planungs- und Vorbereitungsphase, vor allem die Entscheidung über Kommunikationsmittel- und Netze, die Definition der Schnittstellen und der zu aktivierenden Personen aller beteiligten Partner (Land Tirol, Bundesheer, BM.I, TETRON, Telekom).
Da sich das Digitalfunk BOS Austria Netz (TETRON DIGITALFUNK) für diese organisationsübergreifenden Anforderungen optimal eignet, wurde es - mittels Erweiterung durch den Bundesheer Richtfunk - für die Edelweiss RAID 2009 eingesetzt.
Das Aufgabenspektrum der Streitkräfte ist im Wehrgesetz klar definiert und beinhaltet neben der militärischen Landesverteidigung (WG§2Abs.1lit.a) unter anderem auch die „Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges“ (WG§2Abs.1lit.c). Daraus folgt unmissverständlich die Notwendigkeit der Kommunikation mit anderen, insbesondere zivilen Kräften. Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, war die Verbindung zwischen militärischen und zivilen Kommunikationsmitteln erforderlich. Es wurden daher militärische Richtfunkgeräte mit dem Digitalfunk BOS Austria Netz verbunden.
Neue taktische Varianten konnten mit dem digitalen Funk auf Knopfdruck umgesetzt werden, zeitaufwändige Konfigurationsänderungen waren nicht mehr erforderlich, da militärische Truppen mit zivilen Organisationen transparent kommunizieren konnten. Erforderliche operative Strukturen in der Gesprächsabwicklung konnten durch unterschiedliche Benutzergruppen einfach definiert werden.
Das Ziel war nicht ausschließlich die Edelweiss RAID zu befunken, sondern Abläufe und Möglichkeiten im Fall von Grossschadensereignissen zu beüben. Es wurde die Wichtigkeit von alternativen Anbindungsmöglichkeiten (Richtfunk) und einer leicht beweglichen Basisstation aufgezeigt. In diesem Fall der erste Einsatz einer Basisstation in 2600m Seehöhe und -21° Grad.
Laut Aussage des Bundesheeres könnte man mit derartigen kommunikationstechnischen Voraussetzungen (Digitalfunk, entsprechende Endgeräte und Applikationen) Unglücksfälle wie Galtür oder die Hochwasserkatastrophe, kommunikationsseitig betrachtet, wesentlich besser beherrschen, als dies in der Vergangenheit möglich war.
Eine weitere Anforderung an die Kommunikation war das „Tracking“ der eingesetzten Truppen in Echtzeit. Zur Erhöhung der alpinen Sicherheit (während des Wettkampfes herrschte in den Tuxer Alpen Lawinenwarnstufe 4) wurden die Wettkampfteilnehmer mit digitalen Handfunkgeräten ausgestattet, die es erlaubt haben über das GPS System ihre Position an die Wettkampfleitung zu übertragen und damit ihren Standort (Tracking) auf einer Landkarte darzustellen.
Für die Dauer der Veranstaltung wurde in den Tuxer Alpen eine temporäre Basisstation errichtet. Mit knapp 30 Funkgeräten waren folgende Gruppen im digitalen Netz verbunden: 14 internationale Wettkampfgruppen mit den jeweiligen Stationskommandanten im Feld, die Stationskommandanten, sowie die Spurenkommandos mit der Wettkampfleitung in Absam (Andreas-Hofer-Kaserne), die Wettkampfleitung mit den Notarztteams (Armee) und die Fernmeldesoldaten des ÖBH mit den Technikern (TETRON, BM.I, Land Tirol).
Eine derartige Veranstaltung mit dem Einsatz des analogen Funknetzes hätte folgende Schwachstellen ergeben:
- Der Einsatz eines analogen Funksystems wäre auf Grund der Topographie und der Entfernung nur mit sehr großen Geräteeinsatz und vielen Relaisstellen möglich gewesen.
- Das Tracking wäre nicht umsetzbar gewesen.
- Die Zusammenarbeit mit den diversen Stellen (u.a. Leitstelle Tirol, Land Tirol, TETRON) zur Koordination des Wettkampfes wäre nicht möglich gewesen.
Bei der Edelweiss RAID 2009 wurde das digitale Funknetz, die dementsprechenden Endgeräte und erforderliche Applikationen von Fachleuten unter den unterschiedlichsten Bedingungen (topographisch und inhaltlich) unter „die Lupe“ genommen. Fazit ist, dass eine derart problemlose und sichere Kommunikation mit dem Einsatz des analogen Netzes nicht möglich gewesen wäre.
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